Minds in Motion. Wir lehnen uns in unseren Workshops und Fortbildungen an die Methoden der Theaterarbeit von Augusto Boal - dem Begründer des
Teatro di Oprimido
(Theater der Unterdrückten) an.
Die theaterpädagogischen Spiele und Übungen sowie der Wahrnehmungsstimulierung aus therapeutischen Kontexten ermöglichen den
Teilnehmern und Teilnehmerinnen, in Interaktion mit anderen ihre eigenen Kompetenzen wahrzunehmen und auszubauen. Sie erfahren und durchleben kommunikative
Situationen und lernen, über sich und ihre jeweiligen Verhaltensweisen und Gefühlslagen nachzudenken, diese zu reflektieren und sich damit einzubringen.
Dabei ist das körperliche Erleben und das sinnliche Erfahren von großer Bedeutung. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen treten
unabhängig von ihrem sprachlichen Hintergrund,
ihrem rethorischem Geschick oder ihren argumentativen Fertigkeiten in Auseinandersetzung miteinander.
Insbesondere für Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Familien
oder solche mit eingeschränktem sprachlichen Ausdrucksvermögen in der deutschen Sprache bildet die Theaterarbeit einen Zugang zu Lernprozessen, in denen sie sich kompetent
und gleichgestellt erleben.
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Die Übungen orientieren sich an vier Basiskompetenzen: Wir lauschen dem, was wir akustisch wahrnehmen. Wir betrachten das, was wir visuell wahrnehmen. Wir spüren und ertasten,
was wir berühren. Wir lernen, unsere Sinneswahrnehmungen zu koordinieren und gebrauchen unseren Kopf & Körper, um uns und andere in unseren Bedürfnissen, Wünschen und Grenzen
zu beachten und miteinander in Dialog zu treten.
Die praktischen Übungen erhöhen die Festigung von kognitivem Wissen und bieten Gelegenheit, Klärungsprozesse in Bezug auf das Workshop- oder Fortbildungsthema handlungsorientiert zu entwickeln.
Vertrauen, Empathie, Verantwortung, Kooperation und Partizipation sind dabei die erfahrbaren und praktizierbaren Grundelemente der Übungen und Spiele. (Die Übertragbarkeit der Übungen
in die pädagogische Praxis ist in der Regel gewährleistet.)
Impulsreferate, Übungen und Reflexionsphasen folgen aufeinander (Aktion ? Reflexion) und ermöglichen den TeilnehmerInnen, Schlüsselthemen schrittweise zu vertiefen und zu bearbeiten.
Die Übungen werden allein, als Paar oder in der Gruppe durchgeführt und von einer Spielleiterin angeleitet. Die Reflexion findet in Kleingruppen oder im Forum statt und orientiert sich
an den vereinbarten Themen des Workshops bzw. der Fortbildung.
Kurzbeschreibung der Fortbildung
"Sprache mit allen Sinnen erleben"
Sprachförderung mit allen Sinnen von ein- und mehrsprachigen Kindern baut auf alltäglichen Handlungsroutinen auf,
die wir durchführen. Die sich daraus ergebenen Sprachanlässe können mit unterschiedlichen kommunikativen Mitteln gestaltet
werden. Hierbei werden die Fähigkeiten der Eigen- und Fremdwahrnehmung der Pädagogischen Fachkräfte und der Kinder genutzt.
In Beachtung der familiären und kulturellen Situation der Kinder kommen diese Kompetenzen der Wahrnehmung besonders zum Tragen.
Ziel der Fortbildung ist es, Grundlagen von Spracherwerbsprozessen zu vermitteln, Wahrnehmung zu schulen, die kommunikativen und
sprachlichen Fähigkeiten beobachten zu lernen und in der pädagogischen Praxis daran anzuknüpfen. Zur Implementierung
sprachfördernder Elemente in die Kindertagesstätte werden strukturelle Maßnahmen wie Dokumentation und Teambildung berücksichtigt.
Fortbildungskonzept zur sprachpädagogischen Arbeit im Elementarbereich
Unsere Perspektiven
- Die Kita wird als soziales System / Netzwerk mit unterschiedlichen Akteuren verstanden.
- Die Akteure verfügen über kommunikative Kompetenzen und handeln routiniert in vielfältigen sprachlichen und nicht sprachlichen Situationen.
- Als Kompetenz kann z.B. bezeichnet werden: der Umgang miteinander unter Be- (ob) achtung und Berücksichtigung der individuellen und kulturellen Unterschiede.
- Kinder sind kompetente, aussagefähige Akteure.
- Die vorhandenen kommunikativen Kompetenzen der Kinder können weiter ausgebaut werden, um den Bedürfnissen der Kinder auch in ihrer sprachlichen Entwicklung zu entsprechen.
- Die Sprache steht in der Kita in einem kindbezogenen Kontext: z.B. Eingewöhnungszeit, Familiensituation, kulturelle Erfahrung, individuellen Vorlieben und Interessen.
- Sprache wird entsprechend kindorientiert behandelt.
- Förderarbeit heisst hier, Kinder in ihrer gesamten und in ihrer Sprachenentwicklung zu unterstützen - und zwar unter Einsatz bereits vorhandener Mittel.
- Die Kita verfügt über die dafür notwendigen Ressourcen: die kommunikativen Kompetenzen der Kinder und die der Pädagogischen Fachkräfte.
Die Fortbildungsdurchführung
- Die Wie ? - Fragen sind zentral: z.B. wie erkenne ich die sprachlichen und kommunikativen Kompetenzen des Kindes und wie kann ich daran anknüpfen?
- Exploration und Fokussierung auf die beteiligten Akteure
- Kompetenz- und Ressourcenorientierung
- Information und kooperatives Erarbeiten
- Gestaltung eines pädagogischen Milieus